Juli 26, 2021

Erstmal vorab: Was ist denn überhaupt Erfolg? Mein Haus, mein Auto, mein Boot? Trophäen, Ruhm und Fans?

Aus meiner Sicht bist du erfolgreich, wenn du es schaffst, deine persönliche Vorstellung von deiner Arbeit und deinem Lebensstil Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn du zufrieden bist mit dem, was du erreicht hast. Und wenn du dich wohlfühlst mit dem, was du noch erreichen willst.

Ganz wichtig also:

Es geht nicht darum was „man“ von dir erwartet, sondern darum, was DICH glücklich macht.


Als Musiker:in hast du mit Sicherheit schon früh die Erfahrung gemacht, dass für eine gute Performance dein Können allein nicht ausreicht. Deine mentale Stärke ist mindestens genauso wichtig. Sie gibt dir die Möglichkeit, dass dir dein Können zuverlässig zur Verfügung steht ‒ insbesondere dann, wenn der Druck mal groß ist oder die Umstände nicht optimal sind.

Was für einen gelungenen Auftritt gilt, lässt sich auch auf dein Berufsleben im Ganzen übertragen. Der Musikerberuf hat ja viele Facetten und stellt unterschiedlichste Anforderungen an dich. Vieles davon lässt sich gut bewältigen, manches fällt vielleicht nicht so leicht. Da tickt auch jeder Mensch ein wenig anders.

Für dein Berufsglück braucht es also ein geeignetes Mindset, mit dem du deine Ziele umsetzt und an deinen Herausforderungen wächst.

Der Begriff Mindset beschreibt im Wesentlichen deine innere Haltung zur Welt, deine Denkweise, deine Überzeugungen und Werte, deine Leidenschaften und auch deine Gewohnheiten.

Für deinen Erfolg ist das richtige Mindset mindestens  genauso wichtig wie dein fachliches Können und deine Kompetenzen. Erfolgreiche Menschen arbeiten ihr Leben lang daran, ihr Mindset weiter zu entwickeln.

Mit diesen 10 Tipps kannst du dein Mindset  sofort verbessern

1 ‒ Kenne dein Warum

Das Warum ist der Schlüssel zu deiner Antriebskraft. Es ist die Grundlage für deine Vision von einem guten Musikerleben. Es motiviert dich und gibt dir die Kraft, Ängste oder Probleme zu überwinden.

Auf die Frage „Warum bist du Musiker:in“ habe ich schon oft fast empörte Reaktionen geerntet: „Das ist doch gar keine Frage: Ich liebe Musik. Da muss man doch nicht drüber nachdenken!“ Naja, sage ich dann, sehr viele Menschen lieben Musik, aber sie haben deshalb noch lange nicht das Bedürfnis, diese Liebe in ihrem Beruf auszuleben.

Die Antwort liegt also viel tiefer. Vor allem gibt es so viele Antworten, wie es Musiker:innen gibt:

Ist Musik das Medium, mit dem du dich am besten ausdrücken kannst? Stehst du gern im Rampenlicht? Liebst du den Flow in deinem Ensemble, den Kontakt mit dem Publikum, dein Instrument? Gehst du gern auf Reisen, willst du selbstständig und frei arbeiten? Möchtest du dein Können weitergeben? Andere begeistern und inspirieren? Hast du eine künstlerische, politische oder persönliche Mission ‒ Ich könnte jetzt ewig weiterschreiben.

Versuche doch einmal, dein „Warum“ in konkrete Worte zu fassen. Am besten schriftlich und in den schillerndsten Farben.

Was treibt dich an? Was begeistert dich? Was ist deine Leidenschaft?

2 ‒ Habe eine Vision

Wenn du ein Stück oder auch nur eine musikalische Phrase spielst, machst du dir zuerst klar, wie der Spannungsbogen verläuft. Du nimmst das große Ganze ins Visier. So weißt du, wie du die Musik gestalten willst. Also wo und auf welche Weise du Elemente wie Klangfarbe, Lautstärke und Tempo einsetzt, damit das dabei rauskommt, was du hören möchtest. Du hast eine Vorstellung oder auch Vision von der für dich optimalen Interpretation.

Und so eine Vision kannst du natürlich auch von deinem (Berufs-)Leben entwickeln. Was, mit wem, wie und wo willst du arbeiten? Welchen Lebensstil möchtest du verwirklichen? So eine Vision ist in der Regel etwas langfristiger angelegt, etwa 1, 5 oder auch 10 Jahre. Sie bildet die Grundlage für deine Strategie und deine Ziele.

Deine Vision kann besonders viel Umsetzungskraft entfalten, wenn du sie schriftlich oder in einem Visionboard festhältst und du sie möglichst oft betrachtest und sie dir vergegenwärtigst. (hier geht es zu einer Anleitung für ein Visionboard)

3 ‒ Glaube an dich und übernimm Verantwortung

Erfolgreiche Menschen sind in der Regel fest davon überzeugt, dass sie ihre Vorhaben mit ihren Fähigkeiten und durch ihre eigenen Anstrengungen umsetzen können. Sie glauben daran, dass sie Einfluss darauf haben, wie sie ihr Leben gestalten können. Erfolge führen sie auch eher auf ihre eigenen Aktivitäten zurück als etwa auf den Zufall oder Glück. Daher sind sie auch bereit, Mühen auf sich zu nehmen und haben oft ein großes Durchhaltevermögen. Und wenn sie einmal an Grenzen stoßen, fühlen sie sich den Umständen nicht ausgeliefert, sondern suchen nach Lösungen, die innerhalb ihres Handlungsspielraums liegen.

Entwickle einen realistischen Optimismus und reduziere negative Gedanken. Identifiziere deine limitierenden Glaubenssätze und neutralisieren sie. Nutze positive Affirmationen.

4 ‒ Kenne deine Ziele

Du hast eine Vision, aus der heraus du konkrete Ziele und Aufgaben ableiten kannst. Zum Beispiel: Du möchtest gern mit deinem Streichquartett eine internationale Karriere starten, so dass 4 Personen davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Um das zu erreichen, willst du eine Strategie entwickeln, Zwischenziele und Aufgaben festlegen, die du dann Schritt für Schritt umsetzt.

Je nachdem, wo du gerade stehst, könnten das zum Beispiel sein: Meisterkurse besuchen, an Wettbewerben teilnehmen, sich für Festivals bewerben, Management suchen …

Das sind eher noch übergeordnete Ziele, die du wiederum auf Zwischenziele herunterbrechen kannst und daraus konkrete Aufgaben ableitest. Etwa ein spezielles Programm erarbeiten, Aufnahmen für Bewerbungen machen, bestimmte Personen kontaktieren.

Das ist jetzt ein sehr vereinfachtes Beispiel, aber ich erlebe oft, dass es vielen schwerfällt, die nächsten wichtigen Schritte zu gehen, weil sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

Prüfe was funktioniert, optimiere, passe an ‒ ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren.

5 ‒ Tue, was du liebst

Wenn du langfristig mit Freude und Erfolg in deinem Beruf arbeiten willst, suche dir Tätigkeiten, die zu dir passen und ein Umfeld, in dem du deine Kompetenzen entfalten kannst. Natürlich wirst du nicht alles lieben, was du zu tun hast, aber wenn du grundsätzlich Freude und Sinn in deinem Tun empfindest, strahlst du positive Energie und Zufriedenheit aus. Du kannst andere begeistern, du ziehst ganz automatisch die richtigen Menschen und Projekte an. Diese positive Haltung fördert deinen Erfolg.

Lass dein Licht erstrahlen!

6 ‒ Sei mutig und offen

Den meisten Menschen fällt es nicht leicht, ihre Komfortzone zu verlassen. Aber klar ist, wer wachsen und sich weiterentwickeln möchte, kommt nicht drum herum auch einmal Dinge zu tun, die etwas Mut erfordern. Aber hey, du weißt ja auch, dass jede überwundene Hürde, jeder Sprung über den eigenen Schatten dir mehr Sicherheit und Selbstvertrauen verleiht. Oft reichen auch ganz kleine Schritte und plötzlich findest du dich auf einem ganz anderen Niveau wieder. Lote deine Grenzen aus und trau dich was.

Tipp: Lass dich nicht von deinem Perfektionismus ausbremsen. Besonders, wenn du etwas Neues ausprobieren willst. Und wenn dann mal was schief geht: Scheiter heiter! Analysiere deine Fehler und betrachte sie als wertvolle Lerngeschenke.

Entscheide dich öfter für Mut als für Angst.

7 ‒ Umgib dich mit den richtigen Menschen

Versammle Menschen um dich, die dich unterstützen und dir Rückhalt geben. Verbinde dich mit Gleichgesinnten und Menschen, die schon da sind, wo du hinwillst. Lass dich inspirieren und sei auch du Inspiration und Hilfe für andere. Schau genau hin, wenn du das Gefühl hast, dass du nur runtergezogen oder verunsichert wirst. Trenne dich Neidern und Kritikastern.

Baue dir ein tragendes berufliches Netzwerk auf, pflege einen wertschätzenden Kontakt mit Kolleg:innen und wichtigen Partner:innen aus deiner Branche (z.B. Veranstaltern, Presse, Verbände etc.) Wichtig: Netzwerken ist Ackerbau und keine Jagd. Es geht nicht darum, bei wem du am meisten für dich herausholen kannst, sondern mit welchen Menschen fruchtbare Synergien und Win-Win Situationen möglich sind.

Denke langfristig und sei großzügig.

8 ‒ Investiere in deine Persönlichkeitsentwicklung und deine fachlichen Kompetenzen

Vor einer Weile bekam ich einen Anruf von einer Instrumentalistin, die sich für ein Coaching bei mir interessierte. Sie war etwa Mitte 40, schon viele Jahre im Beruf als Freischaffende, mit Schülern und (leider nicht ausreichender) Konzerttätigkeit und fühlte sich schon länger unzufrieden. Jetzt aber sollte sich das ändern.

Das war ja schon mal ein guter Anfang. Doch dann wurde ich stutzig: Je länger wir sprachen, desto mehr fing sie an, sich zu beschweren: über die schlechten Bedingungen für Instrumentallehrer, über undankbare Schüler und nervige Eltern, unwissende Veranstalter und vor allem das undankbare Publikum, das sich nicht für ihre Kunst interessierte. Und das, wo sie doch eine erstklassige Ausbildung hätte!

Ja, Ja! Das war aber vor fast 20 Jahren!!

Seither hat sich halt eine Menge getan. In der Welt. Und im Musikmarkt. Und in der Art, wie Menschen miteinander arbeiten. Und wofür sich das Publikum interessiert …

Höre niemals auf über den Tellerrand zu schauen und bleibe neugierig, was es für dich zu Lernen gibt. Tausche dich mit Kolleg:innen aus und bleib auf dem Laufenden in dem Markt, in dem du dich bewegen willst. Die anderen sind nicht schuld, wenn du den Anschluss verlierst.

Besser, als in dich selbst kannst du nicht investieren.

9 ‒ Sorge gut für dich

DU bist deine wichtigste Ressource. Achte auf deine Kräfte, nimm deine Wünsche und Bedürfnisse ernst. Entwickle gute Gewohnheiten für deinen Körper und deine Seele. Lass dich nicht ausbeuten. Und vor allem: Beute dich nicht selbst aus.

Beschenke dich selbst mit Liebe und Wertschätzung.

10 ‒ Schau zurück

Nimm dir regelmäßig Zeit zum Reflektieren. Schreibe deine Fortschritte und Erfolge auf ‒ täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich. Du wirst dich wundern, wie schnell du vergisst, was du schon erreicht hast. Anhand deiner Notizen kannst du auch prüfen, ob dein Kurs dich in die richtige Richtung führt.

Und denke daran, deine Erfolge auch zu feiern. Mit dir selbst, oder mit deiner Familie, deinen Freund:innen und Kolleg:innen

Schöpfe aus dem Vollen!!

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Raus aus dem Motivationstief !

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